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Berichte 2024

Ökumenischer Bittgottesdienst für den Frieden 

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Andernach hatte im Rahmen der Ökumenischen FriedensDekade für den Buß- und Bettag, 20.11.2024, zu einem Bittgottesdienst für den Frieden eingeladen. Der Gottesdienst war gut besucht. Sicher ein Zeichen dafür, dass den Menschen wegen der vielen Kriege und Konflikte auf der Welt der Wunsch nach Frieden am Herzen liegt. 

Das Friedensgebet stand unter dem Motto „Erzähl mir vom Frieden“. Man fragt sich, ob es angesichts der vielen Konfliktsituationen noch möglich ist, vom Frieden zu erzählen. In seiner Predigt stellte Pfarrer Andreas Horn die Brüder Esau und Jakob aus dem Ersten Buch Mose vor, die sich durch Neid und Betrug des Jüngeren um das Erstgeburtsrecht entzweit hatten. Nach etwa zwanzig Jahren macht sich Jakob auf den Weg, sich mit seinem Bruder zu versöhnen. Esau lief seinem Bruder entgegen, umarmte ihn und fiel ihm um den Hals; er küsste ihn und sie weinten. Diese Erzählung zeigt, dass es nach vielem Streit möglich ist, wieder friedliche Verhältnisse zu schaffen: in der Familie, in Dörfern und Städten, in der Ökumene, in der Gesellschaft und in den Staaten untereinander. Christen hoffen wider alle Hoffnung, dass Beten für den Frieden helfen kann. 

Gruppenfoto Bittgottesdienst für den Frieden
(v.l.n.r.) Geistl. Rat Hans-Werner Schlenzig (alt-kath.), Annette Weiß (röm.-kath.), Winfried Loser (röm.-kath.), Marlene Helf (röm.-kath.), Pfarrer Andreas Horn (ev.) (Foto: Georg Schuch)

Auf den Spuren von Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Andernach hatte am Samstag, dem 21. September 2024, zu einer Tagesfahrt nach Flammersfeld und Weyerbusch eingeladen. Zuerst besuchte die Gruppe Interessierter das Raiffeisenhaus in Flammersfeld, in dem der Sozialreformer sechs Jahre lang als Bürgermeister arbeitete und wohnte.

Foto Raiffeisenmuseum
Skulptur Raiffeisens in der Kanzlei in Flammersfeld (Foto: Hans-Werner Schlenzig)

Vor über 150 Jahren entwickelte Raiffeisen Ideen und Grundsätze zur Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung für die notleidenden Bauern und Handwerker. Die Bauern wurden durch Abfindungszahlungen an ehemalige Gutsherren belastet. Die Handwerker litten unter der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umstrukturierung und verloren oftmals ihre wirtschaftliche Existenz. Vom 19. Jahrhundert bis heute sind in 100 Ländern Europas, Asiens und Amerikas 500 Millionen Menschen in rund 90.000 Genossenschaften organisiert. Die letzte Gründung einer Genossenschaft war übrigens in Addis Abeba.

In Weyerbusch besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das dortige Raiffeisenhaus und den Backes (das Backhaus). In der Raiffeisenbegegnungsstätte erfuhr die Besuchergruppe ausführlich etwas über das Leben Raiffeisens und über sein Engagement aus dessen christlicher Sozialethik heraus, die seiner persönlichen sozialen Betroffenheit entsprang. In einem Brief des Sozialreformers an den Fürsten Hermann zu Wied aus dem Jahre 1863 heißt es, dass es in seinem Tun um nichts anderes gehe, als seine „Christen- und Menschlichkeitspflicht gegen die Unbemittelten zu erfüllen“, und er habe lediglich das Wohl seiner Mitmenschen im Auge.

Für die verschiedenen Konfessionen der Besuchergruppe war eine Aussage Raiffeisens wichtig: „Nach meiner festen Überzeugung gibt es nur ein Mittel, die sozialen und besonders auch die wirtschaftlichen Zustände zu bessern, nämlich die christlichen Prinzipien, selbstredend ohne Rücksicht auf die Konfession, in freien Genossenschaften zur Geltung zu bringen.“ So steht es in einem Schreiben Raiffeisens an Graf Solms-Laubach von 1882.

Ökumenischer Schöpfungsgottesdienst mit Tieren

Ökumenischer Schöpfungsgottesdienst im Kirchgarten (Foto: Georg Schuch)

Die evangelische und die alt-katholische Kirchengemeinde feierten am 1. September zum dreißigsten Mal einen Schöpfungsgottesdienst mit Tieren im Kirchgarten hinter der Christuskirche. Er stand unter dem Motto „Lass jubeln alle Bäume des Waldes“.

In ihrer Predigt wies Pfarrerin Lisa Schroeder auf die Schönheit und den großen Nutzen der Bäume des Waldes hin, aber auch ihre Not, die sie durch den Klimawandel erfahren. Christen haben den Auftrag, mit Gottes Schöpfung sorgsamen umzugehen. Das zeigt sich auch darin, dass alle drauf achten, die Ressourcen der Erde zu schonen. In den Fürbitten wurde der Menschen in den Kriegs- und Krisengebeten der Erde gedacht. Es wurde gebetet für alle, die sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, und für einen artgerechten Umgang mit den Mitgeschöpfen, den Tieren. Die Kollekte des Gottesdienstes wurde dem Andernacher Tierheim gespendet.